Der Begriffslexikon der Seite oesterreich.gv.at stellt Nachhaltigkeit indem das Wort nachhaltig als ausdauernd bzw. andauernd definiert wird, als Prinzip der durchdachten langanhaltenden Entwicklung dar.
Allgemein hat der Begriff "Nachhaltigkeit" dutzende bis mehrere hundert unterschiedliche Definitionen in Wissenschaft, Politik, NGO-Publikationen, Lehrbüchern und Rechtstexten.
Nachhaltigkeit ist eine inter- und transdisziplinäre wissenschaftliche Domäne, da sie nicht nur ein einzelnes Objekt, sondern komplexe Mensch-Umwelt-Wirtschaft-Systeme untersucht. (Open AI, 2026) Der Brundtland Bericht, 1987, Unsere gemeinsame Zukunft, formulierte und definierte erstmals das Konzept der nachhaltigen Entwicklung laut Lexikon der Nachhaltigkeit. (o. J.), als eine Entwicklung die nachhaltig ist, nur wenn "sie den Bedürnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen".
People: Gerechtigkeit (Sozial)
Planet: Tragfähigkeit (Ökologisch)
Prosperity: Effizienz (Ökonomisch)
Peace: Resilienz (System)
Partnership: Entscheidungsfindung (Organisation)
Doch, auch wenn eine solche Entwicklung, wie sie im Sinne der Nachhaltigkeit im Brundtland Bericht erläutert wird, bisher nicht möglich war, ist dann die Frage noch offen, ob es sinnschaffend oder vertretbar ist, bei älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern Leidensdruck zu erzeugen, indem man ihnen ein schlechtes Gewissen einredet? ff.
Im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit darf manchmal über das Menschenbild gesprochen.
In der Pädagogik, in der Theologie, in der Philosophie der Ökonomie, in der Psychologie, in der Medizin, und in den Rechtswissenschaften, wird das Menschenbild erforscht - besprochen. Im Alltag wird manchmal der Begriff des Stereotypen verwendet. Doch Zichy (2014, S. 146) erklärt den Begriff als Reflexionsbegriff, der sich nie richtig etabliert hat können, denn wer davon spricht, trifft eben nur Annahmen.
Man spricht damit nicht über die Wirklichkeit, sondern dient er als Anker für bestimmte Darstellungen. Es gibt den Menschen, beispielweise nicht, der jeden morgen in den Supermarkt geht, eine Leberkäsesemmel, einen Energydrink und Topfengolatschen kauft und nach dem Verzehr eine Zigarette raucht. Doch wir bemühen uns dieses Bild aufrechtzuerhalten indem wir beinahe täglich davon berichten, um den anderen vor Augen zu führen, wie schädlich Selbstsucht für die Nachhaltigkeit ist.
In moderneren Gruppen reden wir von Narrativen und machen jedoch mit diesem Begriff nichts anderes als die Kirchen- oder Wirtshausbesucher. Die ebenfalls ihr selbstsüchtiges Verhalten mit anderen Mitteln ausleben. Es werden Menschenbilder präsentiert, wie der typische Sportler, die deffarmierte Kellnerin, der ach-so-einsame Lehrer, der womöglich reiche Erbenkel oder der einfühlsame Arzt und wer kennt ihn nicht, den IT Jungen, der für jede Lösung ein Problem hat. Auch ich, sogar, vielleicht noch viel mehr als jeder andere liebt dieses Getue, doch wenn wir uns nur damit beschäftigen, könnten durch diese Kultur tatsächlich immer mehr Menschen entstehen, die dann tatsächlich von sich selbst denken, sie würden diesem und jenem Menschenbild entsprechen.
Im Sinne der Nachhaltigkeit könnte das zu einer Entwicklung führen, die nur von kurzer Dauer ist, jedoch Folgeschäden mitsichbringt.
Und damit möchte ich zum benachbarten Thema übergeleitet haben...
Equality bedeutet, dass alle Mitarbeiter gleich behandelt werden und die gleichen Ressourcen und Möglichkeiten erhalten, unabhängig von ihren individuellen Bedürfnissen oder Hintergründen. Der Fokus liegt auf Gleichbehandlung.
Equity hingegen berücksichtigt, dass Menschen unterschiedliche Startbedingungen und Bedürfnisse haben. Ziel ist es, durch gerechte Verteilung von Ressourcen und Chancen allen Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.
Im Hinblick auf nachhaltiges Wachstum im Personalmanagement ist Equity der erfolgversprechendere Ansatz:
Durch bedarfsgerechte Förderung können Mitarbeiter ihre individuellen Stärken optimal entfalten, was deren Motivation und Leistung steigert.
Eine diverse und inklusiv gestaltete Belegschaft fördert Innovation und resilienz.
Die gezielte Berücksichtigung von Mitarbeiterbedürfnissen trägt zur Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit bei.
Langfristig zahlt sich ein gerechter, auf die Bedürfnisse des Einzelnen ausgerichteter Führungsansatz in Form von besseren Unternehmensergebnissen aus.
Fazit: Während Equality auf Gleichbehandlung setzt, strebt Equity danach, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es allen ermöglichen, ihr Potenzial zu entfalten.
Für nachhaltigen Erfolg im Personal- und Organisationsmanagement ist Equity der vielversprechendere Weg.
Eine rein auf individueller Nutzenmaximierung basierende Investition in Humankapital kann problematisch sein, wenn sie zu größerer Ungleichheit führt.
Hier einige Überlegungen aus der Perspektive wichtiger ethischer Ansätze:
Utilitarismus
Wenn durch Ungleichheit der aggregierte gesellschaftliche Nutzen sinkt (z.B. durch soziale Spannungen, Kriminalität, geringere Solidarität), wäre dies aus utilitaristischer Sicht abzulehnen. Umverteilung und Chancengleichheit könnten dann den Gesamtnutzen steigern.
Rawls' Theorie der Gerechtigkeit
Nach Rawls' Differenzprinzip sind Ungleichheiten nur gerechtfertigt, wenn sie den am schlechtesten Gestellten den größtmöglichen Vorteil bringen. Ungleichheit durch ungleiche Humankapitalinvestitionen wäre demnach nur akzeptabel, wenn sie langfristig auch die Ärmsten besser stellt. Sonst wäre Umverteilung geboten.
Prinzip der gleichen Chancen
Ungleiche Investitionsmöglichkeiten aufgrund von Faktoren, die außerhalb individueller Kontrolle liegen (soziale Herkunft, angeborene Fähigkeiten etc.), verletzen das Prinzip fairer Chancengleichheit. Zu dessen Herstellung müssten benachteiligte Gruppen gezielt gefördert werden.
Fähigkeitenansatz von Amartya Sen
Wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten sind problematisch, wenn sie zu ungleichen Verwirklichungschancen führen, also der Fähigkeit, ein Leben nach eigenen Vorstellungen zu führen. Hier wären Maßnahmen nötig, die allen grundlegende Befähigungen sichern.
Kant'scher Ansatz
Wenn Ungleichheit dazu führt, dass einige Menschen nur als Mittel zum Zweck behandelt werden (z.B. schlecht bezahlte Arbeitskräfte im Niedriglohnsektor), verstößt dies gegen Kants Idee der Menschenwürde. Auch hier wäre ein Ausgleich nötig.
Aus all diesen Perspektiven lässt sich argumentieren, dass eine gewisse Umverteilung und gezielte Förderung nötig sind, um die negativen Folgen ungleicher Humankapitalinvestitionen auszugleichen. Allerdings darf dies nicht zu weit gehen - ein völlig egalitäres System würde individuelle Leistungsanreize untergraben.
Die genaue Balance zwischen Leistungsgerechtigkeit und Bedarfsgerechtigkeit, Effizienz und Gleichheit muss letztlich politisch ausgehandelt werden.
Ethische Theorien liefern hier wichtige Argumente und Kriterien. Sie zeigen auf, dass eine rein auf Marktmechanismen basierende Humankapitalbildung zu kurz greift.
Es braucht auch gesellschaftliche und staatliche Verantwortung, um faire Chancen und Teilhabe für alle zu sichern.